Offmarkly-Gründer im Interview: „Wir schaffen den ersten echten Off-Market-Pool Deutschlands“

Offmarkly im Interview: „Wir schaffen den ersten echten Off-Market-Pool Deutschlands“

Der Markt für Kapitalanlageimmobilien galt lange Zeit als träge, komplex und von starren Vertriebsstrukturen geprägt. Während die Digitalisierung in Bereichen wie dem Wertpapierhandel oder dem Versicherungsvergleich längst für Transparenz und Effizienz gesorgt hat, hinkte der Immobilienbereich häufig hinterher. Unübersichtliche Datenräume, veraltete Exposés und eine erhebliche Barriere für beraterfremde Branchen prägten das Bild.

Das PropTech-Unternehmen Offmarkly.de schickt sich an, diese Dynamik grundlegend zu verändern. Mit einer Kombination aus intelligenter Plattformtechnologie, radikaler Unabhängigkeit und einem kooperativen Spezialisten-Netzwerk eröffnet das Unternehmen neuen Akteuren den Zugang zum lukrativen Immobilienmarkt. Im Interview erklären die Gründer Mike Fritzsche und Til Meier, wie sie Barrieren abbauen, wie Berater ohne eigene Immobilienerfahrung von dem System profitieren und warum echte Innovation im Vertrieb immer beim praktischen Nutzwert für den Berater anfangen muss.

Redaktion: Guten Tag, meine Herren. Das Thema Innovation wird in der Finanzbranche oft mit komplexen Algorithmen oder abstrakten Fintech-Anwendungen gleichgesetzt. Bei Offmarkly steht jedoch eine sehr handfeste Dienstleistung im Fokus: der Vertrieb von Kapitalanlageimmobilien. Was ist das innovativste Element an Ihrem Plattformkonzept?

Mike Fritzsche: Guten Tag. Die echte Innovation liegt bei uns nicht darin, das Rad neu zu erfinden, sondern darin, bestehende Vertriebsprobleme durch eine intelligente Gesamtlösung aufzulösen. Die fundamentale Innovation von Offmarkly ist die Schaffung eines echten, unabhängigen Off-Market-Immobilienpools. Bisher gab es am Markt entweder reine Bauträger-Plattformen, die nur ihre eigenen Objekte verkaufen wollten, oder reine CRM-Systeme, bei denen sich der Berater alle Inhalte selbst zusammensuchen musste. Wir verbinden erstmals geprüfte Premium-Immobilien mit einem vollständigen digitalen Vertriebs-Ökosystem. Der Berater bekommt bei uns nicht nur das Objekt, sondern auch die passenden Berechnungstools, White-Label-Exposés, Weiterbildungsmodule und sogar personelle Unterstützung durch Spezialisten.

Redaktion: Herr Meier, blicken wir auf die Zielgruppe. Wer nutzt Offmarkly heute, und für wen ist die Plattform am wertvollsten?

Til Meier: Unsere Zielgruppe ist denkbar breit aufgestellt, weil unser System modular aufgebaut ist. Auf der einen Seite haben wir den klassischen, erfahrenen Immobilienmakler mit der Gewerbeerlaubnis nach Paragraph 34c. Dieser nutzt Offmarkly als Effizienzmotor. Er findet sofort geprüfte Objekte, kann diese im eigenen Corporate Design branden und erspart sich hunderte Stunden manueller Vorbereitung. Auf der anderen Seite adressieren wir Versicherungsmakler, Finanzberater, Bankmitarbeiter und Großvertriebe. Viele dieser Akteure haben tagtäglich Kunden am Tisch sitzen, die nach verlässlichen Sachwertanlagen suchen, konnten diesen Bedarf bisher aber nicht bedienen. Genau hier schließen wir die Lücke.

Redaktion: Ein häufiges Hindernis für Versicherungsmakler oder Bankberater ist das fehlende Fachwissen im Immobilienbereich oder das Fehlen der rechtlichen Voraussetzungen. Wie lösen Sie diesen Zielkonflikt?

Mike Fritzsche: Das ist einer unserer wichtigsten Hebel, den wir als ‚Spezialistentum‘ bezeichnen. Stellen Sie sich einen hochkompetenten Versicherungsmakler vor, der seit 15 Jahren Familien in Vorsorgefragen berät. Ein Kunde fragt ihn plötzlich nach einer Eigentumswohnung als Kapitalanlage. Bisher hatte der Makler zwei schlechte Optionen: Entweder musste er ablehnen und den Kunden zu einem fremden Makler schicken – mit dem Risiko, den Kunden ganz zu verlieren. Oder er musste versuchen, sich auf eigenes Risiko irgendwie durch den Deal zu quälen. Bei Offmarkly wählt er die dritte, optimale Option: Er stellt den Kontakt her und zieht einen unserer erfahrenen Spezialisten hinzu.

Redaktion: Wie läuft eine solche Zusammenarbeit in der Praxis konkret ab?

Mike Fritzsche: Das funktioniert wie bei einem vertrieblichen Tandem. Unser Spezialist übernimmt die detaillierte fachliche Ausarbeitung, die Klärung komplexer Finanzierungsfragen mit den Banken und begleitet die Termine. Der Berater bleibt die vertraute Bezugsperson für seinen Kunden und ist bei allen Gesprächen dabei. Er erlebt hautnah mit, wie der Prozess funktioniert, lernt direkt in der Praxis dazu und erhält am Ende eine faire Provisionsteilung. Für gebundene Bankberater oder Ausschließlichkeitsvertreter, die aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht direkt vermitteln dürfen, bieten wir zudem vollkommen rechtssichere Tippgeber-Konzepte an.

Redaktion: Herr Meier, ein weiteres zentrales Merkmal der Plattform ist die technologische Unterstützung im Bereich des Brandings. Wie funktioniert das White-Labeling bei Offmarkly?

Til Meier: Wir haben das System so aufgebaut, dass sich die Plattform komplett im Hintergrund hält. Wenn ein Berater bei uns registriert ist, lädt er einmalig sein Firmenlogo, seine Kontaktdaten und sein Farbschema hoch. Wenn er nun auf der Plattform ein Objekt für seinen Kunden auswählt und ein Exposé oder eine Renditeberechnung generiert, wendet das System diese Designvorgaben automatisch an. Der Kunde erhält ein Dokument, das perfekt zur visuellen Identität seines Beraters passt. Bei größeren Vertriebsorganisationen oder Pools gehen wir sogar noch einen Schritt weiter: Wir können das gesamte Portal so anpassen, dass die Mitarbeiter des Vertriebs in einer komplett eigenen, gebrandeten Umgebung arbeiten.

Redaktion: Neben der Optik spielen die Inhalte der Berechnungen eine entscheidende Rolle. Inwiefern unterscheidet sich Ihre Methodik von traditionellen Verkaufsunterlagen?

Mike Fritzsche: Wir haben mit der Praxis der schöngerechneten Bruttomietrenditen gebrochen. Wenn Ihnen jemand erzählt, eine Immobilie habe eine Bruttomietrendite von vier Prozent, sagt das überhaupt nichts darüber aus, ob Sie jeden Monat Geld drauflegen müssen oder Gewinn machen. Unsere Rechner ermitteln die reale Eigenkapitalrendite. Das bedeutet: Wir beziehen die individuellen steuerlichen Verhältnisse des Kunden, AfA-Sonderabschreibungen, Zins und Tilgung sowie das tatsächlich eingesetzte Eigenkapital mit ein.

Til Meier: Wir machen das Angebot damit direkt vergleichbar mit anderen Anlageklassen. Der Berater kann seinem Kunden Schwarz auf Weiß zeigen: ‚Wenn du 20.000 Euro Eigenkapital in einen ETF-Sparplan steckst, hast du Entfaltungsszenario A. Wenn du dieselben 20.000 Euro als Eigenkapital für eine geförderte Off-Market-Immobilie nutzt, profitierst du vom Hebeleffekt des Fremdkapitals und erzielst Ergebnis B.‘ Diese Transparenz schafft eine völlig neue Beratungssicherheit.

Redaktion: Ein essenzieller Aspekt für Anleger ist die finanzielle Hürde beim Erwerb. Sie werben damit, dass bei Objekten auf Offmarkly keine Käufermaklergebühr anfällt. Wie finanzieren sich die Strukturen dann?

Mike Fritzsche: Das ist der große Vorteil unseres Direktmodells. Weil wir direkt mit den Projektentwicklern und Bauträgern verhandeln und ihnen durch unser Beraternetzwerk einen verlässlichen Vertriebskanal bieten, wird die Vergütung komplett über die Entwicklerseite strukturiert. Für den privaten Anleger fällt somit die typische Käuferprovision weg. Das spart dem Erwerber bares Geld und senkt die Kaufnebenkosten drastisch. Oft reicht es aus, wenn der Anleger lediglich die reinen Notar- und Grundbuchkosten aus eigenen Mitteln bestreitet.

Redaktion: Wie reagiert der Markt auf dieses Angebot? Sie sind mit der Plattform Anfang des Jahres live gegangen – wie fällt Ihre bisherige Bilanz aus?

Til Meier: Die Resonanz hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen. Wir haben ohne großes Marketingbudget innerhalb kürzester Zeit hunderte Registrierungen verzeichnet. Das hat uns gezeigt, dass wir einen Nerv getroffen haben. Wir haben die Zeit seitdem intensiv genutzt, um das Feedback der Nutzer einzuholen und die internen Schnittstellen weiter zu schärfen. Wir wollen nicht einfach schnell wachsen, sondern nachhaltig und mit höchster Prozessqualität.

Redaktion: Welche nächsten Entwicklungsschritte stehen für Offmarkly auf dem Programm?

Mike Fritzsche: Wir arbeiten mit Hochdruck an der Weiterentwicklung unserer digitalen Tools. Das Thema künstliche Intelligenz wird bei uns Schritt für Schritt Einzug halten, um beispielsweise Objektdaten noch schneller auszuwerten oder passende Zuordnungen zwischen Anlegerprofilen und verfügbaren Einheiten automatisiert vorzuschlagen. Zudem führen wir intensive Gespräche mit großen Maklerpools und Finanzvertrieben, um Offmarkly tief in deren bestehende Systemlandschaften zu integrieren. Unser Ziel bleibt unverändert: Wir wollen den Immobilienvertrieb in Deutschland einfacher, transparenter und für jeden qualifizierten Berater zugänglich machen.

Redaktion: Meine Herren, wir danken Ihnen herzlich für dieses informative Gespräch und die spannenden Einblicke.

Sie möchten Ihren Immobilienvertrieb digitalisieren, neue Erlösquellen erschließen oder komplexe Fälle rechtssicher im Team mit erfahrenen Spezialisten abwickeln?

Registrieren Sie sich jetzt bei Mike Fritzsche und Til Meier auf Offmarkly.de und entdecken Sie die Möglichkeiten der innovativen B2B-Plattform.