Wunderwunsch im Interview: Wie aus kreativen Ideen personalisierte Produkte entstehen

Wunderwunsch im Interview: Wie aus kreativen Ideen personalisierte Produkte entstehen

Ein Kinderprodukt mit einem Namen zu versehen, klingt zunächst nach einem einfachen Vorgang. Hinter professioneller Personalisierung steckt jedoch deutlich mehr. Materialien unterscheiden sich, Druck- und Veredelungsverfahren müssen zum jeweiligen Produkt passen und auch das Design muss so entwickelt werden, dass es sich technisch überzeugend umsetzen lässt.

Bei Wunderwunsch treffen deshalb kreative und technische Kompetenzen aufeinander. Das Unternehmen aus Coswig bei Dresden beschäftigt eine eigene Designerin, arbeitet mit einer eigenen Produktfotografin und nutzt in seiner Manufaktur verschiedene Verfahren wie Laserbearbeitung, UV-Druck, Stickerei und Sublimation. Neben eigenen Produkten werden auch Artikel bekannter Marken personalisiert. Im Interview erklären die Gründer Celina Rewel und Toni Lösche, wie aus einer Gestaltungsidee ein fertiges Produkt wird und warum Innovation für sie nicht nur eine Frage neuer Technik ist.

Frau Rewel, Herr Lösche, was steht am Anfang eines neuen Wunderwunsch-Produkts?

Celina Rewel: Das kann ganz unterschiedlich sein. Manchmal steht zunächst die Idee für ein bestimmtes Produkt im Raum, manchmal entsteht ein Motiv, das wir auf verschiedene Produkte übertragen möchten. Entscheidend ist für uns, dass am Ende alles zusammenpasst. Ein schönes Design allein reicht nicht, wenn es sich auf dem vorgesehenen Produkt nicht sinnvoll umsetzen lässt.

Toni Lösche: Wir schauen deshalb früh auf die technische Seite. Welches Material haben wir? Wie lässt es sich bearbeiten? Welches Verfahren eignet sich dafür? Gerade weil wir sehr unterschiedliche Produkte anbieten, gibt es darauf keine allgemeingültige Antwort.

Welche Rolle spielt Ihre eigene Designerin dabei?

Celina Rewel: Eine sehr wichtige. Wir möchten nicht einfach nur fertige Motive einkaufen und auf unsere Produkte setzen. Unsere Designerin entwickelt Illustrationen speziell für Wunderwunsch. Dazu gehören beispielsweise unsere handgezeichneten Aquarellmotive mit Löwen, Hasen oder Bären. Dadurch können wir eine eigene Bildsprache entwickeln. Ein Motiv kann außerdem auf unterschiedlichen Produkten wiederkehren. Eltern können dann beispielsweise verschiedene Artikel auswählen, die gestalterisch zusammenpassen.

Ist eine eigene Designsprache für personalisierte Produkte besonders wichtig?

Celina Rewel: Für uns auf jeden Fall. Ein Name allein macht ein Produkt zwar individuell, aber wir möchten darüber hinausgehen. Wenn Motiv, Farben, Produkt und Personalisierung miteinander harmonieren, entsteht ein ganz anderer Gesamteindruck.

Toni Lösche: Hinzu kommt die Wiedererkennbarkeit. Personalisierung bieten inzwischen viele Unternehmen an. Wenn wir Wunderwunsch langfristig als Marke etablieren wollen, brauchen wir deshalb eine eigene Handschrift.

Celina Rewel: Unsere Designerin entwickelt Motive gezielt für Wunderwunsch. Dadurch können wir eine eigene Bildwelt schaffen, statt Personalisierung nur als Namen auf einem ansonsten beliebigen Produkt zu verstehen.

Wie wird aus einer Zeichnung anschließend ein personalisiertes Produkt?

Toni Lösche: Dann kommt sehr stark die technische Seite ins Spiel. Wir arbeiten mit unterschiedlichen Verfahren und müssen entscheiden, welches davon zum Produkt passt. Bei uns kommen unter anderem Laser, UV-Druck, Stickerei und Sublimation zum Einsatz. Ein Motiv lässt sich nicht auf jedes Material auf die gleiche Weise übertragen. Bei einem Textilprodukt gelten andere Voraussetzungen als bei einer Brotdose oder einem Produkt, das mit dem Laser bearbeitet wird.

Bedeutet ein breites Sortiment automatisch eine komplexere Produktion?

Toni Lösche: Definitiv. Je mehr unterschiedliche Materialien und Produkte man hat, desto mehr muss man die Prozesse darauf abstimmen. Deshalb ist es für uns wichtig, nicht nur eine einzige Personalisierungstechnik zu beherrschen. Unsere Stärke liegt gerade darin, verschiedene Verfahren einsetzen zu können. Wir können dadurch schauen, welche Technik für den jeweiligen Artikel sinnvoll ist, statt jedes Produkt zwangsläufig mit demselben Verfahren zu bearbeiten.

Welche Vorteile bringt Ihnen dabei die eigene Manufaktur?

Toni Lösche: Vor allem die Nähe zwischen Idee und Umsetzung. Wenn wir ein Produkt entwickeln oder eine neue Personalisierung ausprobieren, können wir direkt testen, wie sich das in unserer Produktion umsetzen lässt. Ich komme selbst aus dem technischen Bereich und bin ausgebildeter Mechatroniker. Mich interessiert deshalb natürlich auch, wie wir Prozesse technisch lösen und verbessern können.

Celina Rewel: Gleichzeitig können Design und Produktion enger zusammenarbeiten. Unsere Designerin kann nicht völlig unabhängig davon gestalten, was später technisch möglich ist. Umgekehrt können neue Produktionsmöglichkeiten natürlich auch neue Gestaltungsideen hervorbringen.

Entwickelt Wunderwunsch ausschließlich eigene Produkte?

Celina Rewel: Nein. Wir haben sowohl eigene Produkte als auch Artikel anderer Marken in unserem Sortiment. Dazu gehören beispielsweise Produkte von Mepal, Tonies, Little Dutch oder Trixie.

Toni Lösche: Das schafft zwei unterschiedliche Ausgangssituationen. Bei eigenen Produkten haben wir natürlich besonders viele Möglichkeiten, Dinge von Grund auf mitzugestalten. Bei bestehenden Markenprodukten geht es stärker darum, wie wir unsere Personalisierung sinnvoll ergänzen können. Für den Kunden soll am Ende in beiden Fällen ein stimmiges Produkt entstehen.

Wo liegt für Sie der Unterschied zwischen Personalisierung und echter Produktentwicklung?

Celina Rewel: Personalisierung kann sehr oberflächlich sein, wenn einfach nur irgendwo ein Name ergänzt wird. Wir möchten das Produkt als Ganzes betrachten. Welche Zielgruppe soll es nutzen? Welches Motiv passt dazu? Wie wird der Name integriert? Und wie sieht das Ergebnis später tatsächlich aus?

Toni Lösche: Bei unseren Eigenprodukten geht das natürlich noch weiter. Dort können wir viel früher ansetzen und überlegen, welche Eigenschaften das Produkt selbst haben soll. Die Personalisierung ist dann ein Bestandteil der gesamten Entwicklung und nicht nur der letzte Arbeitsschritt.

Welche Bedeutung hat Produktsicherheit bei der Entwicklung?

Toni Lösche: Gerade bei Baby- und Kinderprodukten ist sie natürlich wichtig. Ein Beispiel sind Produkte, die im Zusammenhang mit Lebensmitteln genutzt werden. Wir verwenden für entsprechende Anwendungen zertifizierte Tinte. Man darf bei Personalisierung nicht nur darauf schauen, was technisch machbar ist oder gut aussieht. Entscheidend ist auch, wie das Produkt später verwendet wird. Das muss bereits bei der Auswahl des Verfahrens berücksichtigt werden.

Wann ist eine Produktidee für Sie erfolgreich?

Celina Rewel: Natürlich muss sie von unseren Kunden angenommen werden. Aber Erfolg bedeutet für uns nicht ausschließlich Verkaufszahlen. Ein Produkt sollte zu Wunderwunsch passen und einen klaren Nutzen oder emotionalen Wert für Familien haben. Wir haben beispielsweise Erinnerungskisten, die besondere Momente über viele Jahre bewahren können. Auf der anderen Seite gibt es Kita-Rucksäcke oder Brotdosen, die Kinder regelmäßig im Alltag benutzen. Das sind sehr unterschiedliche Produkte, aber beide können durch die Personalisierung eine besondere Bedeutung bekommen.

Welche Produktbereiche möchten Sie künftig besonders weiterentwickeln?

Toni Lösche: Für uns sind unter anderem Erinnerungskisten, Nachtlichter, Kita-Rucksäcke und Brotdosen wichtige Bereiche. Außerdem ist unsere Stapelwelt-Kollektion spannend, insbesondere die Abenteuerbrücke. Wir schauen dabei immer, welche Produkte zu unserer Marke passen und wo wir durch eigene Gestaltung oder Personalisierung einen echten Mehrwert schaffen können.

Welche Rolle spielt die Präsentation nach der eigentlichen Herstellung?

Celina Rewel: Eine größere, als man vielleicht zunächst denkt. Wir haben eine eigene Produktfotografin und möchten unsere Produkte möglichst natürlich und hochwertig darstellen. Die Bildsprache gehört für uns genauso zur Marke wie unsere Motive.

Toni Lösche: Und das hört beim Foto nicht auf. Auch bei der Verpackung achten wir auf Details. Wir arbeiten beispielsweise mit Juteschnüren und Anhängern, die anschließend als Lesezeichen verwendet werden können. Das sind Kleinigkeiten, aber genau diese Kleinigkeiten prägen den Gesamteindruck.

Was bedeutet Innovation für Wunderwunsch?

Toni Lösche: Innovation muss für uns nicht immer bedeuten, eine völlig neue Technologie zu erfinden. Sie kann auch darin bestehen, vorhandene Verfahren sinnvoll miteinander zu kombinieren oder einen bestehenden Gegenstand neu zu denken. Unsere eigene Geschichte ist dafür eigentlich ein gutes Beispiel. Angefangen haben wir mit Frühstücksbrettchen. Das Produkt an sich war natürlich nicht neu. Die Idee war, daraus durch Gestaltung und Personalisierung etwas Eigenes zu machen.

Celina Rewel: Diesen Gedanken haben wir bis heute beibehalten. Wir möchten beobachten, was Familien brauchen, welche Designs ihnen gefallen und welche Produkte sich sinnvoll personalisieren lassen. Daraus entstehen dann neue Ideen.

Wir danken Ihnen für das interessante und aufschlussreiche Gespräch.

Für Wunderwunsch liegt Innovation damit an der Schnittstelle zwischen Gestaltung, Technik und praktischer Nutzung. Die eigene Designerin entwickelt eine wiedererkennbare Bildwelt, während verschiedene Fertigungsverfahren dafür sorgen, dass sich diese Gestaltung auf unterschiedlichste Materialien übertragen lässt.

Aus Sicht der beiden Gründer ist dabei nicht entscheidend, möglichst viele technische Möglichkeiten einzusetzen. Entscheidend ist vielmehr, für jedes Produkt die passende Lösung zu finden – und daraus etwas zu schaffen, das im Alltag von Kindern und Familien tatsächlich einen Platz findet.

Wer entdecken möchte, wie Wunderwunsch Design und Personalisierung miteinander verbindet, findet im Sortiment des Unternehmens eigene Produktwelten ebenso wie individuell gestaltete Artikel bekannter Marken – von Erinnerungsstücken bis zu täglichen Begleitern für Kinder.

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